• Bodenseezentrum 'Innovation

BODENSEEDIALOG digital Projektgruppen-Steckbrief

Gesundheit & Medizin

Telemedizin am See: digitale Gesundheitsversorgung der Zukunft

Projektteilnehmer

Andreas Baur BioLAGO: Unternehmen, Labore, Forschungseinrichtungen im Lead
Uwe Gundrum BioLAGO e.V. im Lead

Beteiligte Akteure

  • Öffentliche und private Gesundheitsversorger: Kliniken
  • Allgemeine Ärzte, Fachärzte, Arztzentren
  • Pflege- und Betreuungseinrichtungen (alle Altersgruppen und Betreuungsstufen)
  • Krankenkassen
  • Partnernetzwerke BioLAGO (z. B. CyberLAGO, Toolpoint)
  • Patientenorganisationen
  • Gesundheitsämter
  • Docdirect-Projekt der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes

Projektideen

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft stellt alle vier Bodenseeländer vor die Herausforderung, eine stabile Gesundheitsversorgung bei steigenden Kosten auch weiterhin zu gewährleisten. Weiter existiert in der ländlichen Bodenseeregion ein Ärztemangel, der die schnelle Versorgung der Patienten zusätzlich erschwert. Um die Gesundheitsversorgung in Zukunft zu sichern, braucht es neue digitale Lösungen, die einerseits Patienten einen schnellen und einfachen Zugang zu ärztlicher Versorgung gewährleisten, andererseits aber auch das Ärzte- und Krankenkassensystem entlasten. Das Projekt „Telemedizin am See: digitale Gesundheitsversorgung der Zukunft“ sieht hier fünf konkrete Handlungsfelder vor, die die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern. Dabei sollen erstmals in der Bodenseeregion alle Bereiche der Telemedizintechnologie zum Einsatz kommen. Diese beinhalten interaktive elektronische Kommunikations- sowie klinische Informationstechnologien. Dabei werden in allen Handlungsschritten die Krankenkassen, Patientenorganisationen und Gesundheitsämter einbezogen, was die Sicherung der regulatorischen und datenschutzrechtlichen Aspekte des Projekts gewährleistet. Weiter wird das IBH LAB Active & Assisted Living als Kooperationspartner einbezogen, welches den direkten Zugang zu Pflegeeinrichtungen herstellen kann.

Handlungsschritt 1 ist die Etablierung eines ersten Testfelds für Telemedizin durch den Aufbau sicherer Videokonferenzmöglichkeiten zwischen Arzt und Patient. So wird eine schnelle Kommunikation zwischen Patienten und (Fach-)Arzt hergestellt, die so in der Bodenseeregion noch nicht existiert. Dadurch kann die ambulante medizinische Versorgung ergänzt und Wegstrecken und Wartezeiten für Patienten können verringert werden.

Handlungsschritt 2 erweitert die in Handlungsschritt 1 etablierte Kommunikation zwischen Arzt und Patient um weitere digitale Kommunikationskanäle zwischen verschiedenen Fachärzten, Laboren und Gesundheitseinrichtungen in der grenzüberschreitenden Bodenseeregion. So kann die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Stellen effizienter gemacht werden. Dadurch kann die Gesundheitsversorgung durch digitale Lösungen in die Zukunft geführt werden.

Handlungsschritt 3 nimmt die ersten beiden Punkte auf und erarbeitet ein Konzept für ein innovatives und interaktives, digitales Gesundheitskiosk. Der Gesundheitskiosk bietet Patienten einen komfortablen und schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung, die sonst in der ländlichen Bodenseeregion oft fehlt. Der abschließbare Kiosk soll mit Touchscreens, medizinischen Geräten und Videokonferenzfunktionen ausgestattet werden und bietet dem Arzt so eine direkte Interaktion mit dem Patienten aus der Ferne. Der interaktive Gesundheitskiosk wird mit digitalen Medizinprodukten wie Stethoskop, Waage, Blutdruckmanschette, Pulsoximeter, Thermometer und Otoskop ausgestattet, die die medizinischen Informationen direkt an den Arzt übertragen. Auch Speichel- Urin- oder Stuhlproben können digital vom Arzt ausgewertet werden, indem die Daten der Probenanalyse direkt über den Gesundheitskiosk übertragen werden. Dies gibt dem Arzt die Möglichkeit einer qualitativ hochwertigen Versorgung. Dem Patienten werden lange Warte- und Anfahrtswege erspart.

Handlungsschritt 4 gewährleistet die Sicherheit der Patienten im Krankenhaus. Gefährliche multiresistente Keime sind eine weltweite Bedrohung. Jährlich bis zu 4.000 Todesfälle gehen in Deutschland auf das Konto multiresistenter Erreger. In dem Projekt „Telemedizin am See: digitale Gesundheitsversorgung der Zukunft“ sollen an den Krankenhäusern neue, digitale Schnelltests implementiert werden, die Träger multiresistenter Keime direkt nach der Einlieferung in die Gesundheitseinrichtung identifizieren, um eine Ausbreitung der gefährlichen Keime frühzeitig zu stoppen.

Handlungsschritt 5 setzt sich mit neuen mobilen Testsystemen für den Hausgebrach auseinander. So werden derzeit in der Diagnostik-Branche neue Schnelltests z.B. zur Krebsdiagnose für zuhause entwickelt. Mit Hilfe von Telemedizin können solche Testergebnisse dann mit dem Arzt direkt von zuhause aus ausgewertet und besprochen werden. Dies erspart dem Patienten lange, ungewisse Wartezeiten auf Testergebnisse und gibt mehr Sicherheit und schnellere Handlungsmöglichkeiten zur Einleitung der richtigen, oft lebensrettenden Behandlung.

Das Projekt „Telemedizin am See: digitale Gesundheitsversorgung der Zukunft“ soll durch regelmäßige Fachkongresse begleitet werden, bei denen Experten in der Bodenseeregion und darüber hinaus miteinander vernetzt werden. Ziel ist der fachliche Austausch und der interdisziplinäre Wissenstransfer in diesem neuen, digitalen Handlungsfeld. Dabei geht es sowohl um die Prüfung und Ausarbeitung technischer Möglichkeiten als auch um regulatorische Voraussetzungen. Die geplanten Fachkongresse richten sich zum Beispiel an Ärzte verschiedener Fachrichtungen, aber auch an IT-Experten aus dem Feld der Telemedizin, Wissenschaftler und weitere Anwender aus Kliniken und Labors. Darüber hinaus sollen in öffentlichen Veranstaltungen auch die Bürger in der Vierländerregion Bodensee als Anwender von morgen über die Chancen der Telemedizin informiert werden. Diese Informationsveranstaltungen können Berührungsängste bei den zukünftigen Nutzern, gerade bei älteren Menschen, abbauen.

Projektziele

Nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Patienten in der ländlichen Vierländerregion Bodensee. Entlastung der gesundheitlichen Versorgungszentren wie Kliniken, aber auch Labore und Pflegeeinrichtungen.

Unterstützungsbedarf / Finanzierungsbedarf

Umfassende Recherche bereits bestehender Projekte außerhalb der Bodenseeregion, die an die oben dargelegte Projektskizze anknüpfungsfähig sind. Kontakt und Wissenstransfer mit möglichen neuen Partnern und Experten. Unterstützung bei der Finanzierung von Fachkongressen und öffentlichen Veranstaltungen sowie Unterstützung bei der Bewerbung der Veranstaltungen. Allgemeine Unterstützung bei der Finanzierung der Handlungsschritte 1-5.

Beziehungen zu bestehenden Aktivitäten

DiagNET

Nächste Schritte

Konzept ausarbeiten, Finanzierung sichern

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